Presseerklärung

Der mit der Aufklärung der Ermordung Thomas Sankaras beauftragte burkinische Untersuchungsrichter François Yaméogo hat kürzlich ein Rechtshilfeersuchen gestellt, mit dem er die Aufhebung des Verteidigungsgeheimnisses in Frankreich fordert.

Nach zwei Jahren der Untersuchung hat Richter François Yaméogo etwa einhundert Personen angehört und gegen rund fünfzehn von ihnen Anklage erhoben. An seiner Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit gibt es keinen Zweifel. Dieses Ersuchen darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wie dies mit dem Antrag auf eine parlamentarische Untersuchung, der von burkinischen Abgeordneten gefordert und von Abgeordneten der (französischen, A.d.Ü.) Grünen und Linken im Oktober 2012 an die Nationalversammlung gestellt wurde, geschehen ist.

Der Präsident der Nationalversammlung Claude Bartolone antwortete damals, dass „eine solche Kommission keinerlei Gewicht hätte, um Untersuchungen in einem anderen Land anzustellen“ und dass „der nun in Burkina angestoßene Prozess“ ihm „das geeignetste juristische Instrument für die Ermittlung der für diesen Fall Verantwortlichen“ scheine.

Dieses „geeignetste juristische Instrument“ liegt nun vor. Dieses Mal sind es nicht „fantasierende“ Aktivisten, wie es der ehemalige französische Botschafter in Burkina Gilles Thibault ausdrückte, sondern ein Untersuchungsrichter mit einem offiziellen juristischen Prozess, der Frankreich befragt und fordert, dass es bezüglich seiner Verstrickung in die Ermordung Thomas Sankaras Verantwortung übernehme.

Wir rufen alle französischen und internationalen Menschenrechtsorganisationen, politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Vereine und Strukturen, die für Gerechtigkeit kämpfen, dazu auf, Druck auf die französische Regierung auszuüben, dass diese auf die Fragen des burkinischen Richters antworte.

Wir rufen die Abgeordneten der Nationalversammlung dazu auf, an den neuen Präsidenten ebendieser Nationalversammlung zu appellieren, seine Position zu überdenken und dem Antrag auf eine parlamentarische Untersuchung der Ermordung Thomas Sankaras stattzugeben, wie es schon von mehr als 5.500 Personen gefordert wurde *.

Das internationale Netzwerk „Gerechtigkeit für Sankara, Gerechtigkeit für Afrika!“

Verfasst am 14. November 2016 in Paris, Ouagadougou, Brüssel, Mailand, Bamako, Madrid, Niamey, Berlin, Toronto, Marseille, Ajaccio, Montpellier, Liège

Kontakt: info@thomassankara.net

* 4.500 Unterschriften auf http://thomassankara.net/petition-louverture-dune-enquete-parlementaire-parlement-francais-conditions-de-lassassinat-president-thomas-sankara-de-compagnons-4469/ und über 1.000 handschriftliche

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