Pressemitteilung

François Compaoré, der leibliche Bruder von Blaise Compaoré, welcher von seinem Volk mit einem Volksaufstand aus seinem Amt (als Präsident Burkina Fasos im Oktober 2014, A.d.Ü.) verjagt wurde, hat der Zeitschrift Jeune Afrique für ihre Nr. 2959 vom 24. September 2017 ein Interview gegeben, in welchem er sein Volk verhöhnt.

François Compaoré wird des Mordes am Journalisten Norbert Zongo, der beim burkinischen Volk ebenso beliebt war wie Thomas Sankara, im Jahr 1998 beschuldigt. Gegen ihn wurde ein internationaler Haftbefehl verhängt, was bedeutet, dass er den internationalen Übereinkünften zufolge festgesetzt werden muss, sobald er französischen Boden betritt.

In diesem in Frankreich geführten Interview verheimlicht er nicht, dass er in Frankreich lebt.

Der französische Staat stellt wie auch die vorherige Regierung die Familie Compaoré unter Schutz. Wir erinnern uns, dass Blaise Compaoré sich dank seiner Ausschleusung in die Elfenbeinküste durch französische Truppen des COS (Sondereinsatzkommando) der burkinischen Justiz entziehen konnte. Die Behörden dieses mit Frankreich gut befreundeten Landes (der Elfenbeinküste, A.d.Ü.) weigern sich, Blaise Compaoré auszuliefern.

Dieses Interview, welches von der burkinischen Bevölkerung aufgrund seines Inhalts als Provokation empfunden wird, könnte den geplanten Besuch von Emmanuel Macron in diesem Land ernsthaft besudeln. Das burkinische Volk dürstet nach Gerechtigkeit und erwartet ungeduldig die Verurteilung der ehemaligen Würdenträger von Blaise Compaorés Regime. Die Suche nachWahrheit und Gerechtigkeit für die Morde an Thomas Sankara und Norbert Zongo sind in Burkina Faso besonders sensible Angelegenheiten

Der französische Staat muss aufhören, die Familie Compaoré zu protegieren. Er muss  François Compaoré unverzüglich verhaften und sich dafür einsetzen, dass Blaise Compaoré von der Elfenbeinküste an Burkina Faso ausgeliefert wird. Man kann sich nicht das Land der Menschenrechte nennen und gleichzeitig Verbrecher schützen.

Am 15. Oktober 2017 jährt sich Thomas Sankaras Ermordung zum dreißigsten Mal. Zu diesem Anlass fordern wir die französischen Behörden erneut auf, die von der vorhergehenden Regierung eingegangenen Verpflichtungen zu respektieren, sich dem Gesuch des mit der Affäre Sankara betrauten burkinischen Richters, Rechtshilfe zu gewähren und das Verteidigungsgeheimnis auszusetzen, zu beugen.

Verfasst am 9. Oktober 2017 in Ouagadougou, Bobo Dioulasso, Dori, Bamako, Paris, Brüssel, Ottawa, Berlin, Turin, Montpellier, Ajaccio, Barcelona, Las Palmas.

Das internationale Netzwerk Gerechtigkeit für Sankara, Gerechtigkeit für Afrika”

Kontakt: [email protected]

 

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